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Vasektomie


Ist die Kinderplanung bereits abgeschlossen, erscheinen bisher verwendete Verhütungsmittel vielleicht mühsam. Es gibt zwei Wege, ein endgültiges Ende der Fruchtbarkeit zu erreichen: Die Vasektomie, bei welcher der Samenleiter des Mannes unterbrochen wird, und die Tubenligatur, bei der der Eileiter der Frau unterbrochen wird. Da die Vasektomie genau so sicher, aber deutlich komplikationsärmer und günstiger als die Tubenligatur ist, wird sie von Ärzten empfohlen. Trotzdem sollten sich Paare diesen Schritt gründlich überlegen: Eine Vasektomie rückgängig zu machen ist technisch sehr aufwändig und kostet bis zu 4‘000 Franken.

Der Weg zur Vasektomie

An einem Informationsgespräch werden Paare oder auch nur der Mann ausführlich über den Eingriff informiert. Dabei ist es wichtig, dass die Entscheidung zur Sterilisierung ohne Druck getroffen wird. Männer sollten dem Arzt von ihren Befürchtungen erzählen und keine Scheu haben, Fragen zu stellen! Wenn sich Paare endgültig für den Eingriff entscheiden,sollte der Mann eine Einverständniserklärung unterschreiben. Danach wird ein Termin ausgemacht, an dem der Eingriff stattfindet.

Sterilisierung: Wie funktioniert es?

Das Unterbrechen des Samenleiters ist ein Routineeingriff von etwa 30 bis 50 Minuten, während dem sich der Mann in örtlicher Betäubung befindet. Der Hodensack wird wenn notwendig kleinflächig rasiert und desinfiziert. Nachdem der Arzt den Samenleiter mit der Hand ertastet hat, wird er fixiert und die lokale Betäubung kann durchgeführt werden. Danach legt der Arzt den Samenleiter frei und entfernt ein circa zwei bis drei Zentimeter langes Stück des Samenleiters. Beide freien Enden werden mit einer Fadenumschlingung unterbunden. Derselbe Eingriff erfolgt dann auch auf der anderen Seite. Es kann sein, dass Männer während der Operation ein leichtes Ziehen verspüren, starke Schmerzen sollten jedoch nicht auftreten.


Mögliche Komplikationen der Vasektomie

Die Durchführung einer Vasektomie gilt als sehr risikoarm. Trotzdem sind Komplikationen und Risiken möglich:

  • Blutungen (unter 1 Prozent der Männer)
  • Infektionen (unter 1 Prozent der Männer)
  • Hoden- oder Nebenhodenentzündungen (selten)
  • Weiterhin Spermien im Ejakulat (bei 0-1 Prozent der Männer)

Wenn trotz der Vasektomie noch immer Spermien ins Ejakulat gelangen, spricht man von einer Rekanalisation. Diese kann in sehr seltenen Fällen in den ersten zwei bis drei Monaten nach dem Eingriff vorkommen.

 

Nach der Vasektomie

Dadurch, dass die Verbindung zwischen Hoden und Harnröhre bei der Vasektomie unterbrochen wurde, gelangen Samenzellen nicht mehr in das Ejakulat des Mannes. Trotzdem werden sie weiterhin im Hoden in vermindertem Mass gebildet und auch die Erektionsfähigkeit des Penis wird nicht beeinflusst, da die hormonproduzierenden Zellen durch den Eingriff nicht beeinflusst werden. Eine dauerhafte Unfruchtbarkeit ist jedoch erst dann erwiesen, wenn zwei negative Ejakulationsproben vorliegen. Vor dieser Zeit sollte auf keinen Fall ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfinden.

Nach dem Eingriff wird eine zwei- bis dreitägige Ruhepause empfohlen, während der mässige Schmerzen und in seltenen Fällen leichte Blutungen der Haut (Verfärbungen) auftreten können. Über den Zeitraum von einigen Tagen ist es ratsam, keine schwerden Lasten zu heben und auch im Sport müssen Männer während dieser Tage pausieren. Das Sexualleben kann wieder aufgegriffen werden, sobald sich der Mann bereit dazu fühlt.

Kosten der Sterilisierung

Eine Vasektomie kostet in der Schweiz zwischen 600 und 1‘000 Franken. Es handelt sich beim Eingriff um keine krankenkassenpflichtige Leistung, einige Krankenkassen übernehmen jedoch Teilkosten. Bei einer Zusatzversicherung besteht die Chance, dass die Kosten sogar vollständig gedeckt werden.

Hier können sie das Formular zur Unterzeichnung herunterladen

Dr. Max Handschin